
Höfatsblick mit Bioantenne
aufgenommen kurz nach dem WTC Crash
Oktober 2001
Das Erlebnis
Bericht von Christian:
Eigentlich ist ja vieles schon gesagt und angedeutet. Mir ist irgendwann aufgefallen, dass ich nicht der Einzige bin, den der Berg ruft, wie man so schön sagt. Im Gegenteil: Es geht vielen Menschen so, speziell mit der Höfats.
Mir fiel weiterhin auf, dass sich gerade um die Höfats so viele Legenden und Erinnerungen ranken, die gerade dabei sind mit dem Tod der Alten zu verschwinden. Oberstdorf - so leid es mir tut - verliert derzeit spürbar seine Tradition und muss sehr aufpassen!
Aber dies sind kurzzeitige Dinge, die Wirkung der Höfats hört dadurch nicht auf. Wer mit wachen Sinnen durch die Gegend wandert, wird die Botschaften wahrnehmen, ja geradezu erhören im Sinne von Professor Joachim Ernst Berendt.
Meine erste Erinnerung an die Höfats ist dann auch ein Bild und vor allem eine Art Brausen, Dröhnen in der Luft, unhörbar für das Durchschnittsohr und mit Sicherheit nicht messbar.
Nach diesen Erlebnissen anno 1980 war ich süchtig nach dem Berg. Der Abschied fiel immer schwer, es schmerzte intensiv im Brustbereich, eine Trauer saß dort - unbekannten Inhaltes.
Ich hatte 1986 Seminare zum Umgang mit einem radiästhetischen Instrument, der Bioantenne gemacht und beherrschte das Aufspüren von subtilen Energiemustern nahezu perfekt. So kann ich mittels dieses Instrumentes wie die Imker und Brunnenbauer mit diesem Instrument Wasser orten, den optimalen Platz für Bienenstöcke finden, das Wetter voraussagen. Letztlich reagiere ich auf elektromagnetische Muster.
Des weiteren lernte ich im Studium der Ethnologie zuzuhören, alte Geschichten zu deuten, den Kern zu erkennen. Dazu gehörte es auch, sich mit den Urbildern der Psyche, den Archetypen, vertraut zu machen, welche weltweit in den Erinnerungen und Gedankenbildern der Menschheit existieren.
So war mir klar, dass es beim Höfats-Effekt um etwas sehr Nachvollziehbares gehen muss. Die Höfats spricht mich an. Ich fühle mich von der Höfats angesprochen - im Herzbereich.
In den Jahren von 1994 bis 1996 sowie 1999 bis 2001, als eine problematische Partnerschaftssituation mein Herzzentrum arg blockierte, waren Sehnsucht und Abschiedsschmerz besonders groß. Also hatte das Höfats Phänomen bei mir etwas mit dem Gefühlsbereich der Liebe zu tun. Die Höfats tat meinem verletzten Herz gut! Ein Druck in der Brust wich, wenn ich im Einzugsbereich dieses Berges stand, ihn sah und spürte. Ein Schmerz kehrte zurück, wenn ich diesen Ort verließ. Ich hatte stets das Gefühl, es sei noch nicht genug, ich müsse diese Qualität in mich aufsaugen, trinken.... aber wie kann man das "Nichts" trinken????
Die Höfats - gesehen vom Seealpsee am
Anfang des Gleitwegs
Zum ersten Mal fiel mir beim Begehen des Gleitweges im Jahre 2001 auf, dass die stärkste Reaktion in mir von der Nordseite der Höfats ausging. Von Gerstruben, von Älplesattel, von der Käser Alpe ging dieser Effekt in dieser Stärke nicht aus. Nein, es war die Seite, die man vom Nebelhorn sieht, der man über den zauberhaften Seealpsee nah kommt.
Die Wirkung ist herzöffnend und atemraubend im positiv gemeinten Sinn dieses Ausspruches, wenn man aufmerksam den Gleitweg hinabschreitet.
Man möchte es packen,
mitnehmen....
Aber es entzieht sich.
Ich schloss daraus, dass es um eine energetische Wirkung des Berges an sich geht, die nach meinem Gefühl vom Rauenhalstobel ausgeht, jener Rinne, die sich im hinteren Oytal bis zum Gipfel zieht, dort, wo im Sommer hoch oben die Schafe geweidet werden. Dies war für Helge und mich der Auslöser, dort einmal ganz bewusst hin zu wandern.
Wir näherten uns von der Guten Alpe langsam, spürten kurz vor der Brücke über den Oybach, wie eine völlig andere Qualität des Fühlens und Erlebens in uns aufging, wie diese Wirkung beim Aufstieg zum Stuibenfall für einige 100 Meter des Weges ganz stark ist und sich dann schnell wieder verliert, je mehr der Weg sich ostwärts zieht. Am Wasserfall selbst oder an der Käser Alpe merkt man davon nahezu nichts mehr. Ein Bild: Es ist wie eine gold-rosa Schwingung, die einen zeitlos und vorurteilsfrei einhüllt. Und diese Schwingung entspringt dem "Riss" an der Nordseite, so als habe der Berg hier eine "offene Stelle".
Hinein ins Herzzentrum der Höfats
Meine Erkenntnis war, dass uns die Höfats im Rauenhals Tobel regelrecht in sich hineinlässt. Ein riesiges Felsmassiv, und hier ist tief in den Berg hineingefressen dieser Einschnitt. Wenn Du da hineingehst, triffst Du "auf das Herz der Höfats". Es liegt hier "offen" vor uns, reich bewachsen im Sommer mit einer unendlichen Pflanzenpracht.
Und wer dort hineingeht und spürt, der fühlt sich eins mit der Landschaft und seinen Herzensthemen. Ich habe diesen Eindruck am Stärksten auf dem vorher beschriebenen quadratischen Stein empfunden.
Mir drängte sich der Gedanke auf, dass es unter dem Berg, eigentlich unter meinem Sitzplatz auf dem Stein große Hohlräume geben muss. Vor meinem inneren Auge tauchten Bildern von weit verzweigten großen Höhlen- und Hallensystemen auf. Ob dies den Tatsachen entspricht, das kann ich nicht sagen. Die inneren Bilder waren indes sehr intensiv und klar - und erschienen völlig unerwartet.
Radiästhetisches Messen:
Mit der Bioantenne messen wir, dass diese Qualität der Höfats an sich den ganzen Berg umgibt, indes von dem Einschnitt an der Nordseite Kilometerweit und trichterförmig ausstrahlt. Selbst der Nebelhorngipfel ist noch voll im Einzugsbereich. In Gerstruben merkt man dagegen sehr wenig von dieser Qualität. Wer dann aber über den Älplesattel zur Lugenalpe wechselt und dann hinab ins Oytal schreitet, der gerät oben hinter dem Grat auf dem Weg zur Unteren Lugenalpe direkt in diesen Strom hinein, der aus östlicher Richtung herüber kommt.
Kein Wunder ist es meines Erachtens, dass die Höfats so gerne von jenen Jungs anvisiert wurde, wenn es um ein Edelweiss für die Geliebte ging. Es sind die Herzthemen, die diese Verbindungen ziehen, und der verliebte junge Mann erklomm nicht aus Zufall die Höfats, um ein Edelweiss zu ergattern - und stürzte oftmals in tödliche Rinnen und Schrunden.
Deutung:
Das Zentrum oder das Herz des Berges und das Herz des Wanderers werden im Bereich dieser Rinne sagen wir einmal in Ermangelung anderer Worte empfindungsmäßig "eins". Sie verbinden sich. Es scheint - so absurd sich dies für einen wissenschaftlich denkenden Menschen anhören mag - eine äquivalente Qualität zu sein. Und das Herz der Höfats ist voll von pulsierender Energie. Man kann den Puls mit der Bioantenne messen. Ruhige Schläge, Signale der Ewigkeit - zumindest aus unserem Zeitgefühl heraus betrachtet. Dieser Strom trifft auf den Wanderer und füllt ihn aus, reißt an den Verhärtungen, weicht sie ein Stück weit auf und lässt eine wohltuende Ruhe, eine heilsame Stille, Gefühle des Ordnens und Vergebens auftauchen.
Wer hier zu schnell wieder fortgeht oder nicht richtig in Kontakt kommt, der behält ein Ahnen bei sich. Dieses Ahnen sehnt nach Wiederholung und will zurück zum Herz der Dinge, zur Höfats.
Wer aber in den Rauenhals Tobel eintritt, Kontakt aufnimmt und zum Beispiel auf dem Stein verweilt, der wird aufgeladen, der erfährt Ruhe, Stärke, Liebe, ja einfach Liebe. Wer dort eine Weile verharrt, wird aufgefüllt, voll, reich beschenkt.
Und wer dann diesen Ort verlässt, dem bleibt keinerlei Herzschmerz! Dann bist Du voll von Liebe, voll von guten Gefühlen. Und kein Defizit begleitet dich dieses mal. Du verlässt Oberstdorf erfüllt....
... und dieses Gefühl wirkt lange Wochen nach!
Meine erste
Arbeitshypothese:
Solche so genannten, weil so empfundenen "rufenden" Berge sind möglicherweise insbesondere Berge, die tiefe
Einschnitte in sich tragen, aus denen besonders starke "Muster" ausstrahlen. Ich
kenne dies außer von der Höfats ein wenig vom Hochkalter bei Berchtesgaden.

Auch dieser Berg hatte eine - allerdings lange nicht so starke Wirkung auf mich und zog mich in den im Foto sichtbaren Riss hinein. Ich fühlte mich dort wie befreit..... Und nach meiner Anwesenheit dort war diese Sehnsucht nach dem Berg abgeklungen, es verblieb ein erfülltes Gefühl - bis heute.
Ein weiterer kleinerer Berg ist die Hochplatte (knapp unter 1600 Höhenmetern) westlich von Marquartstein im Chiemgau, speziell die Region um die sich südlich angliedernden Felskonstellationen, die von Marquartstein gesichtsähnliche Züge tragen und dort als "Teufelsspitz" bezeichnet werden. Auch in diesem Felsbereich habe ich ähnliche Eindrücke gehabt.
Nirgendwo allerdings hat mich bisher solch eine "Wucht" getroffen, wie es im Bereich des Rauenhalstobels an der Höfats der Fall ist.
Christian
12. - 15. August
2005
Am 25. Juli 2006 weilte ich ein zweites Mal am unteren Eingang des Rauenhals Tobels. Hier meine Eindrücke:
Sobald ich die Brücke am Prinzenkreuz verlasse und den Abkürzungspfad zum Weg zur Käseralpe berauf schreite, wird es schlagartig stiller in mir. Die Stille nimmt mit jedem Meter, den ich in Richtung Tobeleingang gehe, zu. Ich gehe in den Tobeleingang hinein, steil und vorsichtig bergauf, der Bewuchs reicht kniehoch. Die Stille umhüllt mich. Ich schaue zum Gipfel hinauf und stelle eine Frage an den Berg. Wie soll ich bezüglich einer bestimmten Situation mich verhalten?
Stille. Nur ein Wort und darunter zwei kurze Sätze erscheinen mir vor dem inneren Auge über den Gipfel geschrieben:
L I E B E
Handle mit Liebe.
Schaue, wo sich die Liebe am besten entfalten lässt.
Ich schreite nach einer Weile wieder hinab. Völlig überraschend stelle ich in
mir, insbesondere in meinem Bauchbereich (der ziemlich in Aufruhr gewesen ist),
eine völlige Zentriertheit und Ruhe fest. Diese Zentriertheit hält noch lange
an, ich bin äußerst wortkarg und in mir.
Bericht von Helge:
Für mich, der sich getrost als Bahn-Neuling und Nordlicht beschreiben kann, war die Reise ins „Gebirge“ und zudem noch per Schlafwagen ein sich Einlassen auf etwas völlig Neues. Die Fahrt mit der CityNightLine, die angenehme Atmosphäre im Speisewagen bei einem Fläschchen Wein und die entspannte Nacht im Schlafwagen ließen schnell den Alltag in den Hintergrund treten.
Beim morgendlichen Eintreffen im Hauptbahnhof München kamen uns Scharen von hektischen, grimmig drein schauenden Pendlern entgegen. Wir (Chris und ich) dagegen hatten einen Tag in den Bergen in freier Natur vor uns. Was kann schöner sein, als sich in solch einem Moment dieses Gegensatzes bewusst zu werden?
Am späteren Morgen erreichten wir Oberstdorf, welches zwar stark von Touristen bevölkert war. Diese legten jedoch keinerlei Hektik an den Tag, wodurch uns das Dorf trotz seiner vielen Menschen mit einer ruhigen, gelassenen Atmosphäre empfing. Dank Chris’ hervorragender Organisation waren die Fahrräder schnell & bahnhofsnah ausgeliehen, und wir konnten uns kurz nach unserer Ankunft schon auf den Weg zum Oytal machen.
Was mich erstaunte, war die relativ große Menge Menschen, die uns im ersten Abschnitt unserer Tour begegnete. Aus meinen Wanderungen in Schottland und Irland kannte ich eher die einsamen Wanderrouten, auf denen man den ganzen Tag keiner Menschenseele begegnete. Die Berge rings um das Oytal strahlten jedoch eine Ruhe und Erhabenheit aus, so dass ich mehr und mehr das Gefühl bekam wirklich da und inmitten der Landschaft zu sein.
Unser Weg brachte uns vorbei am Oytalhaus zur Guten Alpe, bei der wir unsere Fahrräder stehen ließen und uns nach einer kurzen Stärkung weiter zu Fuß auf den Weg machten. Nach einiger Zeit erreichten wir eine Biegung, nach der sich der Charakter der Landschaft schlagartig änderte. Wir kamen nun in den Einflussbereich der Höfats und das Tal, das uns empfing strahlte eine derart mächtige Ursprünglichkeit aus, wodurch ich mich wie ein Stück zu Hause angekommen fühlte. Das ganze Tal strotzte vor Lebensenergie und berührte auf seltsame weise mein Herz.
Nach einiger Zeit erreichten wir den Stuibenwasserfall und legten anschließend an der Käser Alpe eine Rast ein. Hier herrschte nur karger Pflanzenwuchs und von der pulsierenden Lebensenergie, die mich kurz zuvor noch umfangen hatte, war so gut wie nichts mehr zu spüren.
Auf dem Rückweg zur Guten Alpe bewegten wir uns etwas abseits des Weges auf einem Weg in den Rauenhalstobel hinein und erreichten eine Stelle, an der ein großer Fels zum Verweilen einlud. Beim Sitzen auf diesem Stein, mit Blick ins Oytal, überkam mich eine tiefe Ruhe und Entspanntheit, die ich bis dahin nur im Einflussbereich einer Leyline auf der Insel Sylt erlebt hatte. Ich hatte das Gefühl in die gegenüberliegenden Berge hineinsehen zu können und sie erschienen mir in ihrem Innern seltsam ausgehöhlt.
Eine ganz beeindruckende und zur Ruhe bringende Erfahrung, reich an inneren Bildern.
Der Rückweg nach Oberstdorf auf den Fahrrädern erwies sich als äußerst angenehm, da der Weg stetig bergab verlief und somit ein Trampeln in die Pedale nicht nötig war. Das Essen beim erwähnten Italiener erwies sich als vorzüglich und reichhaltig, was nach der langen Tagestour mir auch nur recht war.
Auf der Rückfahrt von München nach Düsseldorf zeigte der anstrengende Tag dann seine Wirkung, so dass ich den obligatorischen Wein nur noch liegend in meinem gemütlichen Bett einnehmen konnte, um anschließend wohlig erschöpft einzuschlafen.
Mein Fazit:
Es war nicht nur eine Reise in eine unbekannte Gegend, sondern auch zu einem unbekannten Teil meines Selbst! Das nächste Mal werde ich jedoch mehr als nur einen Tag in Oberstdorf und den Bergen verbringen.
Helge
28. August
2005